top of page

Aufmerksamkeit: Wenn nur noch Rauschen bleibt

  • Autorenbild: Anja Witter
    Anja Witter
  • 13. Juli
  • 2 Min. Lesezeit
Beitrag anhöhren

Symbolbild für Aufmerksamkeit und Informationsüberfluss: Eine krisselig, strukturierte Oberfläche ohne klaren Fokus als Sinnbild für Rauschen und zu viele gleichzeitige Signale.
Wenn alles gleichzeitig Aufmerksamkeit verlangt, bleibt manchmal nur ein Rauschen.

Gestern wollte ich etwas schreiben.

 

Es gab viele Themen.

 

Vielleicht zu viele.

 

Ich begann einen Gedanken.

 

Dann kam der nächste.

 

Und noch einer.

 

Irgendwann blieb jedoch nur noch ein Rauschen.

 

Plötzlich gab es

 

keinen Fokus,

keinen Anfang,

kein Ende,

keine Hierarchie.

 

Vielleicht liegt das Rauschen nicht daran, dass kein Signal vorhanden ist, sondern daran, dass zu viele Signale gleichzeitig ankommen.

 

Entwicklungen.

Probleme.

Erwartungen.

Entscheidungen.

 

Alles ist gleichzeitig da.

 

Vielleicht ist genau das eine der größten Veränderungen unserer Zeit.

 

Nicht der Mangel an Informationen, sondern ihr Überfluss.

 

Eine gute Entwicklung? Vieles wurde dadurch überhaupt erst sichtbar.

 

Aufmerksamkeit lässt sich nicht unbegrenzt vervielfachen.

 

Wenn alles wichtig ist, bekommt irgendwann nichts mehr genug Aufmerksamkeit.

 

Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil auch menschliche Systeme Grenzen haben.

 

So funktioniert es in der Realität. Und genau hier beginnt oft das Problem.

 

Während ständig neue Informationen um Aufmerksamkeit buhlen, bleibt kaum Zeit, sie einzuordnen.

 

Vielleicht ist eine Sendepause nicht gleich Sprachlosigkeit.

 

Manchmal ist sie das Ergebnis einer Reizüberflutung – zu vieler Signale gleichzeitig.

 

Und vielleicht stellt sich genau deshalb noch eine andere Frage.

 

Ist das so gewollt?



Über die Autorin

Anja Witter beschäftigt sich mit der Frage, wie Systeme in der Realität funktionieren – und wo ihre strukturellen Defizite liegen.


Ihre Perspektive basiert auf über zwei Jahrzehnten praktischer Erfahrung im Zusammenspiel von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland und Spanien – geprägt durch Beobachtungen und Einblicke in Unternehmen sowie in soziale und familiäre Zusammenhänge.


Im Mittelpunkt stehen deren Wirkung auf Menschen, Organisationen und gesellschaftliche Strukturen.




Gender-Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern in diesem Beitrag die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.


Bildquellen:

  • Bild (Titel): Designed by Mateus Andre I Magnific

Kommentare


bottom of page